100 things to do before you die X – Bibliotheksaufsicht sein

Heute habe ich die Ehre, in einer kleinen aber feinen Institutsbibliothek die Aufsicht zu führen. Als Kind war ich fleißiger Kunde in der heimischen Stadtbücherei – damals hätte ich mir nicht träumen lassen, mal eine ganze Bib für mich allein zu haben. Na gut, so spannend sind die Bücher hier nicht, es sei denn man beschäftigt sich gerade mit einem speziellen Thema. Aber das haben Fachbibliotheken wohl so an sich.
So jetzt bitte ruhig weiter arbeiten und die anderen Nutzer nicht stören! (Wenn denn mal welche hier wären).

Studentenschwemme

Das die Zahl der Studierenden deutlich gestiegen ist, merkt man morgens zwischen 8 und 10 Uhr im Bereich zwischen Aegidiimarkt und Überwasserkirche sehr deutlich. Insbesondere der schlagartige Wechsel zwischen vorlesungsfreier Zeit (a.k.a. Semesterferien) und Semester kam mir besonders krass vor.

Zum Glück zieht es die meisten nicht in die ULB. Dort haben sich zwar wie in jedem Jahr lange Schlangen am Ausweisschalter gebildet (man kann den auch online beantragen), aber die Plätze sind relativ normal besetzt.

Schwieriger ist es, einen adäquaten Parkplatz fürs Fahrrad zu finden. Und weiß jemand, wie voll es zur Zeit mittags in der Aasee-Mensa ist?

Die Verschattungsanlage der Universitätsbibliothek

Oder: wie man technische Ansprechpartner zur Weißglut bringt.

Eines der wichtigsten Themen für Studierende, die in der ULB lernen, ist und bleibt die Temperatur-Frischluft-Sonneneinstrahlungs-Korrelation.

Um effektiv lernen zu können, braucht man
a) Sauerstoff
b) angenehme Raumtemperatur
c) vernünftige Lichtverhältnisse.

Durch die lange Zeit inaktiven Sonnenblenden im ersten Stock (im Verwaltungstrakt funktionierten die natürlich schon immer), in dem wir alle so gerne sitzen, fehlte c), so dass es auch b) und a) krankte.

Der Student an sich ist jedoch nicht auf den Mund gefallen und hat sich frei nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ immer wieder per Email an die zuständige Ansprechpartnerin im Hause gewandt. (Den Schriftverkehr möchte ich an dieser Stelle nicht veröffentlichen. Frau G. sei aber für die geduldige Beantwortung mit stets plausiblen Erläuterungen gedankt. Mittlerweile glaube ich auch, das es „insgesamt wärmer“ wird, wenn man die „Brandschutzfenster“ öffnet.)

Auch der ULB-Verwaltung war das Problem hinlänglich bekannt, man warte auf „abschließende Programmierarbeiten“. Das Gerücht über diese Arbeiten wurde von uns weiter gestreut und eines Tages standen zwei Techniker mit Laptop an der Steuerungseinheit und fuhren die Rollos hoch. Und runter. Und hoch. Mehr geschah zunächst nicht. Mein Angebot, den Mitarbeiterinnen die Bedien-Konsole zu erklären wurde zwinkernd abgelehnt, darin läge nicht das Problem.

Einige Nachmittage später dann konnte ich einen Zusammenhang zwischen Sonneneinstrahlung und Fahrt der Blenden feststellen. Eine bedarfsabhängige Steuerung!
Nun, zur Zeit reagieren die Sensoren auf größere Wolken und fahren hin- und her. Aber auch dies will man, so wurde mir versichert, durch Beobachtung und Nachjustierung nach und nach in den Griff bekommen.

Ich bin gespannt. Die Sonne bleibt jetzt jedenfalls draußen, ich kann auf meinem Hochglanzdisplay auch etwas erkennen, die Klimaanlage wird der erhöhten Raumtemperatur Herr und die gefühlte Sauerstoffsättigung macht das Lernen durchaus angenehm.

Es ist fast ein wenig zu kühl jetzt. Vielleicht sollte ich mich beschweren.

Jesus to go

Es scheint eine beliebte Möglichkeit für die Kirche zu sein, in Nähe der ULB Informationen zu verteilen. Gut, die meisten Studenten interessieren sich nicht wirklich für Flyer oder Programmhefte, das ist bei der Vielzahl der „Promoter“ diversester Veranstaltungen auch gar nicht möglich.
Aber sowohl evangelische als auch katholische Uni-Kirchen-Organisationen verteilen die Flyer in Verbindung mit kostenlosem Kaffee. Bei den Protestanten gab es gestern sogar Waffeln.

Nun mag man sagen, ein entkoffeinierter ULB-Nutzer würde für gratis-Kaffee sogar zu den Scientologen gehen, aber ich mag solche Aktionen. Und – abgesehen von einer etwas „mutigen“ Liveperformance der KSHG neulich – man wird beim Kaffeetrinken auch in Frieden gelassen.

Die Krönung und Anlass für diesen Blogbeitrag allerdings,
war der „evangelische“ Kaffeebecher.

Für Menschen mit Sehschwäche:

Vorsicht Heißgetränk!
In meiner Hand bist du sicher, ich lasse dich nicht fallen. Ich halte dich fest in meiner Hand. (Gott)

Die KSHG nutzt übrigens Porzellan.

ULB Impressionen III

Ja, ich weiß. Schon wieder ein Beitrag über die Universitäts- und Landesbibliothek. Aber was soll man machen? Zur Zeit erlebe ich nicht viel anderes.

Zumeist ist es so, dass sich der Lesesaal gegen 20:00h erheblich leert. Auch die Schließfächer im Foyer sind dann zum Großteil geräumt. Ungeräumt ist jedoch der Fußboden. An manchen Tagen sieht es aus wie auf dem Parkett der Frankfurter Börse nach einem ereignissreichem Tag.

Papiere jeglicher Art dämpfen die Schritte. Insbesondere die Quittungen und Belege über Buchentleih und -Rückgabe machen sehe ich häufig.

Aber morgens ist alles wieder hübsch und akkurat gereinigt. Und die Schließfächer sind wieder besetzt. Ach ja, besetzt sind ab einer gewissen Uhrzeit auch die praktischen Körbe für den Transport der Dinge vom Spind zum Arbeitsplatz. Gesetze, Lehrbücher, Unterlagen, Papier, Wasserflasche und Notebook ohne einen Korb zu tragen erfordert schon gewisse Balancekünste. Und ich bin nicht sicher, ob eine der erlaubten transparenten Tragetaschen das Gewicht aushielte.

Die Verlockungen des Süßigkeitenautomaten


Es ist nach 18:00 Uhr, das benachbarte Bistro hat geschlossen. Schokoriegel hab ich in den letzten Tagen nicht einkaufen können. Schokoladenosterhasen und Schokoeier hat irgendein gemeiner Nesträuber kürzlich vertilgt. Das Mittagessen aus der Mensa ist längst verdaut. Ich sitze schon den ganzen Tag über Lehrbüchern und Skripten.

Wie soll ich da dem Versorgungsautomaten im Pausenraum der Universitäts- und Landesbibliothek widerstehen?
Zum Glück bin ich nicht auch dem Getränkeautomaten verfallen. Der „Kaffee“ ist unerträglich. Ich bleib beim Wasser.

Gewidmet allen Opfern der ULB.