Vollidiot reloaded


Was soll man bei diesem Wetter tun? Ich habe ängstlicherweise sogar den Netzstecker des Rechners gezogen, aus Angst vor einschlagenden Blitzen.

Wo soll man sich da beschweren? Der liebe Gott kann ja auch nichts für den Klimawandel.
Um Beschwerden geht es auch in dem „Oldschool“-Medium, dass mich heute Nachmittag beschäftigte. Tommy Jauds neuestes Machwerk „Millionär“. Simon Peters, Protagonist des ersten „Männerromans“ (so der Spiegel. Lässt das Präfix Männer nicht auf nackte Frauen oder zerlegte Autos schließen?) „Vollidiot“ hat seinen Job im T-Punkt verloren und darbt das Leben eines Hartz IV Empfängers mit Burnout-Syndrom.
Dennoch braucht er eine Millionen, um die nervige neue Bewohnerin des frisch ausgebauten Penthouses über ihm loszuwerden.
Wieder tappt er mit Anlauf in diverse Fettnäpfchen, hält Aerobicübungen für wildesten Geschlechtsverkehr und ist general grausam ehrlich zu seinen Mitmenschen. Aus diesen Gewohnheiten versucht Simon, Kapital zu schlagen. Eine Millionen, um genau zu sein.

Der Roman liest sich fein wie die Vorgänger, auch wenn er ebenso wie das Zweitbuch „Resturlaub“ nicht an den Witz des ersten Teils heranreicht. Das liegt insbesondere daran, dass Flik und Paula nur Nebenfiguren sind und Shahin, der Betreiber eines persischen Web-Cafés einfach nicht einen so großen Witz versprüht.

Unterhaltsam fand ichs trotzdem. Und die Geschäftsidee hätte ich gerne selbst gehabt.

PS: Siehe da, die Beschwerde hat doch geholfen; die Sonne kommt raus.

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