Hasenbrot

Während sich Millionen Menschen in Ost und West daran erinnern, wo sie vor zwanzig Jahren waren als die Mauer fiel, erinnere ich mich an diverse Besuche beim Bäcker.

Für Kuchen und Gebackenes konnte ich mich ja schon immer begeistern. Allerdings hatte ich nie vor, mein gesamtes Taschengeld zum Bäcker zu tragen.
Hasenbrot war die kostengünstige Kompromisslösung.
Kennt ihr noch Hasenbrot? Laut Wörterbuch ist dies die regionale Bezeichnung für „eine rechteckige, zweischichtige Schaumwaffel, die mit Schokolade überzogen ist.“
Die alternativen Namen „Negerbrot, Togo-Waffel, Afrikaschnitte“ sind ja nicht wirklich salonfähig.
Es schmeckte zugegebenermaßen etwas nach Papier und recycelten Negerküssen schokoüberzogenen Schaum-Waffel-Wolken, aber das machte vielleicht den speziellen Reiz aus.

Heute wurde ich nach gefühlten zwanzig Jahren auf ein Hasenbrot eingeladen. Mjam. Das war lecker. Schön, dass man noch Bäcker findet, die so einen Trash produzieren und Menschen, die auch gerne Hasenbrot mampfen.

2 Gedanken zu „Hasenbrot

  1. Weißt Du noch, was Mama unter Hasenbrot versteht ? Dass sind bzw. waren die Brote, die Papa von der Nachtschicht wieder mitbrachte und von Mama dann zum Frühstück verzehrt wurden. Ich hab die allerdings nie gegessen, muss wohl am Belag gelegen haben…

  2. Machst Du das bei Deinem Mann auch?

    Kann mich übrigens nicht daran erinnern – nur an mitgebrachte Panzerplatten und Ochsenaugen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.