Grünkohl – oder doch Spinat?

Neulich, als es so kalt war, habe ich beschlossen, die diesjährige Grünkohlsaison einzuläuten.
Auf dem Weg lag der SuperBioMarkt, bei dem ich auch ganz gerne einkaufe, vor allem Hackfleisch für Bolognesesoße als auch Gemüse (außerdem war beim Rewe, wo es ja doch billiger ist, der Grünkohl ausverkauft). Neben Kartoffeln und wahnsinnig guten Mettwürstchen (Wo bitte kann man sich sonst aussuchen, von welcher Schweinerasse das Fleisch kommen soll?) hab ich auch eine Packung tiefgefrorenen Grünkohl erstanden. 450 Gramm, also mit den Kartoffeln und Würstchen zwei Portionen für einen hungrigen Jan Peter.
Um die Zubereitungsanleitung zu studieren und strikt zu befolgen um mal aus Neugier die Zutatenliste zu studieren, nahm ich die Packung zur Hand und stutzte:

Zutaten:Blattspinat (grob geschnitten) aus kontrolliert biologischem Anbau.

Blattspinat??
Da der freundliche Händler auch eine Website hat, hab ich über das Kontaktformular mal nachgefragt, ob ich denn jetzt Blattspinat oder Grünkohl zubereiten sollte. Es kam auch prompt eine Antwort, man habe das Anliegen an den zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet. Und offenbar ging für diesen Herrn nun die Recherche los, wie er mir später in einer E-Mail mitteilte.
Im Laden habe er nämlich keine solche Packung mit dem gleichen Fehler gefunden, ob ich die Verpackung noch habe und ihm zukommen lassen könnte. Klar konnte ich.
Ich hab dann eine Grünkohlverpackung eingescannt. Muss man in seinem Leben anscheinend auch mal gemacht haben (Hiermit möchte ich mich für die unverschämte Dateigröße von 11 MB entschuldigen; das war nicht so beabsichtigt!).
Ich bekam auch die erbetene Bestätigung des Empfangs und konnte so endlich den ollen Karton entsorgen.
Heute kam dann per Post die Aufklärung. Diese ist leider völlig unspektakulär. Umso erfreuter bin ich, dass mein Anliegen so ernst genommen wurde.
Der Hersteller des Grünkohls hat einmalig bei einem Nachdruck der Verpackungen im deutschen Text Grünkohl und Spinat verwechselt. (Stimmt, auf Niederländisch, usw. war alles richtig „Boerenkool“, bzw. „Cavolo verde crespo“).
Der Fehler wurde bemerkt und die Verpackungen vernichtet. Nur wenige gelangten in den Handel und sollten mittlerweile ausverkauft und verkocht sein.
Ich bin zudem erst der zweite Klugscheisser Verbraucher, dem der Fehler auffiel (Und dass bei den ganzen Oberstudienräten, die im Bioladen einkaufen!). Man ließ mir ausrichten, dass trotzdem nur Grünkohl verarbeitet worden sei, was mein Geschmackserlebnis auf jeden Fall bestätigen kann.

Und damit die Geschichte einen noch tolleren Abschluss findet, lag dem Schreiben ein Gutschein bei. Na ratet mal, was ich davon kochen werde…

2 Gedanken zu „Grünkohl – oder doch Spinat?

  1. da hat sich die firma ja in der tat mühe gegeben, dem nachzugehen. sehr schön!

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