Helau!

So, das muss dieses Jahr an Karnevalistik reichen. Dabei habe ich tatsächlich Rosenmontag frei. In der Nähe des Hindenburgplatzes Schlossplatzes* kann man ja auch kaum in Ruhe arbeiten.

*Schlossplatz ist mein Umbenennungsvorschlag

Wer ist eigentlich Frau Wurst?

…und was bitte soll der Hund machen?

Neulich haben wir festgestellt, wie sehr sich die Sorge um die (eigenen) Kinder bei vielen Eltern in den letzten 25-30 Jahren geändert hat.

Äußert heute ein Kind den Wunsch etwas trinken zu wollen, sind Mami oder Papi natürlich prompt mit der Apfel-/Traubenschorle, dem ungesüßten Tee oder einfachem Wasser – natürlich mit wenig Kohlensäure – zur Stelle. Es wird darauf geachtet, dass das Kind eine angemessene Menge gesunder Flüssigkeiten zu sich nimmt, besonders bei wärmeren Temperaturen.

In den 80ern sah dies noch ganz anders aus (und wie mir meine ältere Schwester bestätigte wohl auch in den 70ern).

Äußerte ein kleines Kind die Bitte um ein Getränk mit den typischen Worten „(Mama/Papa,) Ich hab’ Durst!“ bekam es prompt die Antwort „Dann geh nach Frau Wurst!“

Abgesehen davon, dass es wohl zu Frau Wurst heißen müsste, ist deren Hündchen, der einem ins Mündchen pinkeln sollte, wohl eher in die Kategorie der fragwürdigen Erfrischungsquellen einzuordnen.

Tja, wir hatten es nicht leicht, aber meines Wissens ist niemand aus Angst vor Hundepipi verdurstet.

Subliminale Botschaften

Das Supermärkte versuchen, den Kunden durch geschickte Produktplatzierungen und andere psychologische Tricks zu beeinflussen, ist ja ein alter Hut.
Was „mein“ REWE oben an der Hammer Straße da gerade auf mein Trommelfell losgelassen hat, toppt das übliche Supermarkt-Radio aber um Längen!

REWE-Lied (Movie) von Clipfish

Ich hab auch prompt ordentlich zugeschlagen: Die schwerste Wassermelone der Gemüseabteilung wanderte in mein Körbchen (das war damit auch sofort voll). Die Melone war so schwer, dass weder Kontrollwaage noch Kassenwaage in der Lage waren, das genaue Gewicht zu bestimmen.

Ein Mitarbeiterin hat das Teil dann wasweißichwo gewogen. Es bleiben ja bloß die Personenwaage in der Umkleide oder eine Waage im Fleischereibereich.

Während ich den Stau hinter mir mit einem flotten „passt mal auf, gleich ist auch noch die Rolle vom Bon leer“ erheiterte, kam dann die erlösende Nachricht, dass ich die Melone kaufen dürfe. „Zweiachtendreißig„.
Das ist bei einem Kilopreis von 1,59€ aber verhältnismäßig günstig. Auf der heimischen Personenwaage waren es dann mehr als neun Kilogramm. Hätten die sich mal den Song gespart.

PS: Erinnert euch der Stil des Hits auch so an den CDU-Wahlkampfsong?

The Book of Good Thoughts

Im stets lesenswerten Zoomlab habe ich ein äußerst cooles Notizbuch gewonnen. Der grüne, in Leder eingeschlagene Band sieht wirklich aus, als ob er direkt aus einem Fantasyfilm entsprungen sei.

Nun, ich bin weder Hobbit noch Elbe, aber ich werde sicher passende Gedanken finden, die es wert sind, in diesem Kunstwerk festgehalten zu werden.

Danke, Markus.

The chase is better than the catch

…oder auch Vorfreude ist die schönste Freude – ein Plädoyer für das Einkaufen in der realen Welt.

Ich weiß ja nicht, wie es der geehrten Leserschaft geht, aber ich für meinen Teil mag es, nach gewissen Dingen, die ich gerne hätte, zu suchen.
Durch das Internet ist dies leichter, aber nicht unbedingt interessanter geworden.

Beispiele dafür sind meist Produkte, die es nicht mehr oder noch nicht überall zu kaufen gibt. Akutes Beispiel zur Zeit sind Rasierklingen für meinen Rasierer – oder dereinst die Suche nach dem selbigen.

Zwar kann man alles mögliche im Internet bestellen, entweder bei den einschlägigen Online-Versendern oder kleinen Web-Shops, aber ist es nicht viel spannender, „richtige“ Läden in der Stadt oder gar der Nachbarstadt auf der Suche nach exotischen Produkten zu durchforsten und das Verkaufspersonal mit seltenen Anfragen zu (über?-) fordern?

Wenn man dann irgendwann das lange gesuchte Produkt in den Händen hält, ist die Freude viel größer als nach einer Bestellung im Netz. Das kann ja schließlich jeder und ist ja irgendwie unbefriedigend für den Jäger- und Sammler-Instinkt. Ebenso gering war übrigens auch die Freude an den ca. 40 internationalen Kronkorken für meine Sammlung, die ich für einen Spottpreis vor einer Ewigkeit ersteigerte. Viel lieber suche ich selbst nach tollen Kronkorken oder lasse sie mir mitbringen/schenken.

Und bei genauerer Betrachtung ist das Teil, auf das man dann so lange fixiert war, meistens auch gar nicht so grandios. Allein deshalb ist die persönliche Suche schon so wichtig; sie verlängert die Freude am erworbenen Gegenstand, verlagert sie ins Vorfeld.

Anderes Beispiel ist der Musikkauf. Noch ist kein Online-Musik-Händler in der Lage, das „Look and Feel“ eines Albums auf der Verkaufsplattform im Internet zu imitieren.
Jeder, der schon mal einen nagelneuen Tonträger aus der Folie befreit hat und das Booklet durchblätterte, hat den neuen, etwas chemischen Geruch bemerkt. Den hab ich nicht beim Kauf einer mp3. Trotzdem sterben die Plattenläden reihenweise weg.

Nunja, genug der Melancholie, ich bin ja selber schuld und kaufe auch gerne mal online und die meisten Geschäfte sind auch so auf Abfertigung ausgelegt, das keine Freude bei der „Jagd“ aufkommt. Aber wenn es dann doch noch mal so ist, dann ist mir dies ein großes Vergnügen.

Kennt jemand noch eine Bezugsquelle für gescheite Rasierklingen in Münster?

Osterspaziergang


Zugegeben, das Bild ist am Karfreitag entstanden. Aber bietet sich das Wochenende nicht an, um sich den Frühling anzusehen?

Noch ein Stückchen Goethe dazu und dann wünsch ich Frohe Ostern!

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.

Warum die Steuererleichterung für Hotels nach hinten losging

Es wird ja viel diskutiert über die Taten der Mövenpick-Partei, peinlicherweise zurückgerudert und dann doch nichts geändert.

Aber der Gesetzgeber hat einfach mal aus der Hüfte ein Gesetz auf die Bürger losgeschossen, dass nicht nur aus einer fragwürdigen Motivation entstanden ist, sondern auch noch das Ziel verfehlt.

Ein erstes: Der Tourismus soll angekurbelt werden.

Aber welcher Hotellier gibt die Steuererleichterung an die Gäste weiter? Ich unterstelle, dass das Geld in die Kasse der Unternehmer wandert.

Damit wären wir beim zweiten:

Die Angestellten im Hotelgewerbe werden sicherlich nicht mit Steuergeschenken oder Gehaltsverbesserungen bedacht.

Der dritte Punkt ist aber der Entscheidende:

Für die Übernachtung im Hotel werden 7% Steuer fällig, für das Frühstück jedoch 19%. Daher muss dieser Posten auf Rechnungen gesondert ausgewiesen werden. Und so entstehen die Probleme.

Da wäre auf Hotel-Seite der erhöhte Verwaltungsaufwand. Das könnte man mit entsprechender Kassensoftware in den Griff bekommen.

Auf Seiten der Gäste kommt jetzt der Knackpunkt. Steht ein Frühstück auf der Rechnung z.B. bei einer Dienstreise, kann die Controlling-Abteilung sich jetzt herrlich über die fragwürdigen Kosten beschweren.
Kostet ein Frühstück mehr als 4,99€, so muss es, falls man es nicht selbst bezahlt, als Zuwendung versteuern.

Folglich brechen die Frühstücksbestellungen Geschäftsreisender ein. Und da beschwert man sich halt bei der FDP.

Und wir können zusehen, wie die sich selbst zerfleischen.